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Migrationsglossar

Headless Commerce

Headless Commerce ist eine Architektur, bei der der Storefront (was Kunden sehen und bedienen) getrennt vom Commerce-Backend (Produktkatalog, Warenkorb, Checkout, Bestellverwaltung) aufgebaut wird, und beide über eine API kommunizieren, statt ein eng gekoppeltes System zu bilden. "Headless" bezieht sich darauf, dass der Storefront - die Präsentationsschicht - vom Backend entkoppelt ist, das dann mehrere unterschiedliche "Köpfe" (eine Website, eine App, ein Kiosk im Laden) aus einer einzigen Datenquelle bedienen kann.

Headless vs. traditionelle (monolithische) Plattformen

Eine traditionelle Ecommerce-Plattform bündelt die Storefront-Templates und das Backend miteinander - Shopifys Liquid-Themes oder WooCommerces WordPress-Templates sind Beispiele dafür, dass der Storefront direkt von der Plattform selbst erzeugt wird. Bei einem Headless-Setup ist der Storefront eine separate Anwendung (oft mit einem Framework wie Next.js oder Ähnlichem gebaut), die Daten über die API der Backend-Plattform abruft, statt dass die Plattform Seiten direkt rendert. Manche Plattformen (Shopify, commercetools und einige andere) unterstützen sowohl einen traditionellen als auch einen Headless-Modus.

Warum es eine Migration verändert

Eine Migration in ein oder aus einem Headless-Setup ist ein anderes Projekt als eine Migration zwischen zwei traditionellen Plattformen. Der Umzug eines Shops von einer traditionellen Plattform zu einer Headless-Architektur bedeutet meist, einen neuen Storefront von Grund auf zu bauen (statt ein bestehendes Theme zu übertragen), während die Backend-/Katalogmigration denselben Datenmapping-Prinzipien folgt wie jeder andere Umzug. Der Wechsel zwischen zwei Headless-Backends ist auf der Storefront-Seite oft überschaubarer, da das Frontend manchmal einfach auf eine neue API umgestellt statt komplett neu gebaut werden kann - aber Katalog-, Bestell- und Kundendaten des Backends brauchen dennoch dasselbe sorgfältige Mapping wie jede Migration.

Wann Headless die richtige Wahl ist (und wann nicht)

Headless-Architekturen tauschen generell mehr Implementierungs- und laufenden Entwicklungsaufwand gegen mehr Flexibilität im Storefront-Erlebnis - individuelle Interaktionen, Kanäle jenseits der Website (Apps, Kioske) oder Performance-Anforderungen, die ein templatebasierter Storefront nicht erfüllen kann. Für einen Shop ohne diesen spezifischen Bedarf ist eine traditionelle Plattform meist einfacher zu betreiben und zu migrieren. Das ist eine Entscheidung, die bewusst während der Bewertung getroffen werden sollte, nicht standardmäßig in die eine oder andere Richtung.

Häufig gestellte Fragen

Ist Headless Commerce immer schneller als ein traditioneller Storefront?

Nicht automatisch - die Performance hängt davon ab, wie der Headless-Storefront gebaut ist, nicht nur von der Architekturwahl. Ein schlecht gebautes Headless-Frontend kann langsamer sein als ein gut optimiertes traditionelles Theme.

Brauche ich individuelle Entwickler, um einen Headless-Shop zu betreiben?

In der Regel ja, dauerhaft - ein Headless-Storefront kommt nicht mit dem Theme-Editor und den App-Store-Anpassungsoptionen einer traditionellen Plattform, sodass Änderungen meist über individuelle Entwicklung laufen statt über einen visuellen Editor.

Kann ich von einer traditionellen Plattform zu Headless wechseln, ohne SEO zu verlieren?

Ja, aber es erfordert dieselbe Weiterleitungs- und URL-Strukturplanung wie jede Migration, plus besondere Aufmerksamkeit dafür, wie das neue Headless-Frontend Inhalte für Suchmaschinen rendert (serverseitiges Rendering spielt hier eine Rolle) - es geschieht nicht automatisch, nur weil die Backend-Daten erhalten bleiben.

Welche Plattformen unterstützen Headless Commerce?

Mehrere große Plattformen bieten neben oder anstelle ihres traditionellen Storefronts einen Headless-/API-first-Modus an - die richtige Wahl hängt von Ihren konkreten Backend-Anforderungen ab, die wir gemeinsam bewerten, statt standardmäßig auf die gerade angesagte Plattform zu setzen.

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